Vegetationsindizes (NDVI, GNDVI, NDRE)
Vegetationsindizes sind berechnete Werte, die den Zustand der Vegetation zeigen (gesund, gestresst, Unkraut, krank). DroneField unterstützt drei klassische Indizes: NDVI, GNDVI, NDRE.
Alle drei benötigen eine multispektrale Drohne (P4M oder M3M). RGB-only-Drohnen (P4R, M3E) sind für Indexberechnungen nicht geeignet.
Bedeutung der Indizes
Abschnitt betitelt „Bedeutung der Indizes“NDVI — Normalized Difference Vegetation Index
Abschnitt betitelt „NDVI — Normalized Difference Vegetation Index“Die klassische „Wie steht der Bestand”-Messzahl. Aus den NIR- (nahes Infrarot-) und Rot-Bändern:
NDVI = (NIR - R) / (NIR + R)Bereich: −1 … +1. Positive Werte zeigen Fotosynthese; um 0 nackten Boden, Wasser oder Schatten; negative Werte kommen auf Landaufnahmen kaum vor.
Funktioniert am besten bei dichtem Bestand. Bei gesättigtem Bestand (>0.85) ist er nicht mehr empfindlich — er hebt jedes „sehr grüne” Bild nahe 1.0.
GNDVI — Green NDVI
Abschnitt betitelt „GNDVI — Green NDVI“Verwendet das Grün- statt des Rot-Bands:
GNDVI = (NIR - G) / (NIR + G)Empfindlicher gegenüber Chlorophyllgehalt und Stickstoff- stress. Im Vergleich zu NDVI unterscheidet er besser zwischen gesunden und voll entwickelten Pflanzen.
NDRE — Normalized Difference Red Edge
Abschnitt betitelt „NDRE — Normalized Difference Red Edge“Verwendet das Red-Edge-Band statt des Rot-Bands:
NDRE = (NIR - RE) / (NIR + RE)Der präziseste Index für entwickelten, dichten Bestand — auch bei NDVI-Sättigung liefert er Unterschiede. Der Leitindex der präzisen N-Düngung. Nutze ihn, wenn du reifen Mais, Weizen oder Raps vermisst.
Wie werden sie berechnet?
Abschnitt betitelt „Wie werden sie berechnet?“Die Indizes werden als Teil des Verarbeitungsprozesses erstellt:
- Du aktivierst die Option Multispektrale Bilder verarbeiten im Verarbeitungspanel.
- Am Ende der Verarbeitung entstehen automatisch alle 3 Indizes
im
Layers/-Ordner. - Sie erscheinen auf der Karte als neue Schicht NDVI (standardmäßig ist NDVI aktiv; im Panel kannst du zwischen den Indizes wechseln).
Vegetationsindex-Panel
Abschnitt betitelt „Vegetationsindex-Panel“Wenn die NDVI-Schicht aktiv ist, erscheint in der rechten unteren Ecke der Karte ein schwebendes Panel:
- Indexauswahl — NDVI, GNDVI, NDRE (sofortiger Wechsel)
- Bereich — Min/Max der Visualisierung
- Voreinstellungs-Bereiche — Einklick-Konfigurationen
- Farbskala — Legende unten
- Export — PNG / JPEG / GeoTIFF (QGIS)
- Berechnung — falls du einen Index nachträglich startest (siehe unten)
Voreinstellungs-Bereiche
Abschnitt betitelt „Voreinstellungs-Bereiche“Der rohe Indexbereich (−1 … +1) ist meist zu breit für die visuelle Interpretation. DroneField bietet vier Voreinstellungs-Bereiche mit einem Klick:
Unkraut (Weed)
Abschnitt betitelt „Unkraut (Weed)“Hebt den kleinen NDVI-Unterschied zwischen nacktem Boden und
Unkraut hervor. Bereich: ca. 0.05 … 0.30.
Wann verwenden? Auf Feldern im Frühjahr, um zu sehen, wo sich das Unkraut zwischen den Reihen ausgebreitet hat.
Stress (Stress)
Abschnitt betitelt „Stress (Stress)“Zur Erkennung von gestresstem Bestand (Wasser-, Nährstoff-,
Krankheitsstress). Bereich: ca. 0.30 … 0.65.
Wann verwenden? Sommerlicher Raps, Mais — wo der Bestand schon dicht ist, aber stellenweise vergilbt / ausdünnt.
Gesund (Healthy)
Abschnitt betitelt „Gesund (Healthy)“Feindetail des entwickelten, gesunden Bestands. Bereich:
ca. 0.65 … 0.90.
Wann verwenden? In geschlossenem Bestand — z. B. Grünerbse vor der Blüte — um zu sehen, wo die Entwicklung schneller / langsamer voranschreitet.
Wasser / Boden (Water/Soil)
Abschnitt betitelt „Wasser / Boden (Water/Soil)“Fokussiert auf negative und null-nahe Werte. Bereich:
ca. −0.20 … 0.10.
Wann verwenden? Erkennung von Staunässe, Aufspüren nackter Bodenflecken.
Farbskala
Abschnitt betitelt „Farbskala“Jede Voreinstellung verwendet eine sechsstufige Farbskala:
| Indexwert | Farbe | Bedeutung |
|---|---|---|
| Min. | Dunkelrot | Wasser, Boden, nackt |
| Niedrig | Rot | Stress |
| Mittel-n. | Orange | Schwach |
| Mittel-h. | Gelb | Durchschnittlich |
| Hoch | Gelbgrün | Gesund |
| Max. | Dunkelgrün | Stark, dicht |
Die Skala bildet linear auf den gewählten Bereich ab. Ist der
Bereich 0.30 … 0.65, dann ist z. B. 0.475 = gelb.
Eigener Bereich
Abschnitt betitelt „Eigener Bereich“Der Bereich-Schieberegler des Panels lässt sich auf beliebige Min/Max-Werte einstellen. Nützlich, wenn:
- Du eine konkrete Entscheidungsschwelle zentrieren willst (z. B.
für N-Düngung:
0.40 < NDRE < 0.65ist die Behandlungszone) - Du die Visualisierung an den Durchschnittsbereich deines Feldes anpasst
Die Änderung wird sofort wirksam — du siehst sie live auf der Karte.
On-Demand-Index-Berechnung
Abschnitt betitelt „On-Demand-Index-Berechnung“Falls du die Verarbeitung ohne den multispektralen Schalter gestartet hast (z. B. nur ein schnelles Orthomosaik bestellt), kannst du die Indizes später jederzeit nachholen:
- Berechnen-Button im Vegetationsindex-Panel
- Die Liste der fehlenden Bänder erscheint (z. B. „NDRE — fehlende Bänder: RE, NIR”)
- Klicke auf Weiter
- DroneField berechnet nur die fehlenden Indizes, ohne die vorhandenen anzufassen
Das ist schneller als die gesamte Verarbeitung neu zu starten.
Der Export-Button im Panel bietet drei Formate:
PNG / JPEG
Abschnitt betitelt „PNG / JPEG“Der visualisierte Index wird mit der gewählten Farbskala als Bild gespeichert. Keine Georeferenz — einfaches Bild, ideal für E-Mail oder Präsentation.
GeoTIFF (QGIS)
Abschnitt betitelt „GeoTIFF (QGIS)“Der wertvollste Export. Eine .tif (GeoTIFF)-Datei:
- Float32-Tiefe — jeder Pixel ist der tatsächliche Indexwert
(z. B.
0.6234) - Georeferenziert — in WGS84-Projektion, EPSG:4326
- Lesbar in QGIS, ArcGIS, ENVI und anderen GIS-Programmen
Beim Import erkennt QGIS Projektion und Position automatisch. Die Werte lassen sich mit beliebiger Farbskala neu rendern.
Details: Export nach QGIS.
Die exportierten Dateinamen
Abschnitt betitelt „Die exportierten Dateinamen“Export/├─ NDVI/│ ├─ ndvi_visualisation.png│ ├─ ndvi_visualisation.jpg│ └─ ndvi_geotiff.tif├─ GNDVI/│ └─ ...└─ NDRE/ └─ ...Was solltest du NICHT tun?
Abschnitt betitelt „Was solltest du NICHT tun?“- Entscheide nicht allein auf NDVI-Basis — ein einzelner Index sagt nie alles aus. Bodenprobenanalyse und Vor-Ort-Kontrolle sind immer ergänzend.
- Vergleiche nicht zwei verschiedene Drohnen — die Bänder von P4M und M3M werden mit unterschiedlichen Filtern erzeugt, die Werte sind nicht 1:1 vergleichbar.
- Mische nicht Vormittags- und Nachmittagsaufnahmen in einem Projekt — die Änderung des Beleuchtungswinkels beeinflusst auch die Indexwerte.