SHP-Boundary-Import aus anderen Quellen
Das ESRI Shapefile (SHP) ist das am weitesten verbreitete vektorbasierte Dateiformat der GIS-Welt. Aus vielen landwirtschaftlichen Datenbanken (Katasterbehörden, Syngenta, Cargill, eigener Excel-Export) können SHP-Daten mit Feldgrenzen kommen.
DroneField konvertiert mit der eingebauten PROJ-Bibliothek aus jedem Projektionssystem nach WGS84 — auch wenn das SHP ursprünglich in einer nationalen Lokalprojektion vorliegt.
Was solltest du wissen?
Abschnitt betitelt „Was solltest du wissen?“Eine „SHP-Datei” sind eigentlich 4–6 Dateien zusammen:
| Datei | Wofür? |
|---|---|
.shp | Die Geometrie (Polygone, Linien, Punkte) |
.shx | Index zu .shp |
.dbf | Attributtabelle (Name, Fläche, Kategorie usw.) |
.prj | Projektionssystem — entscheidend |
.cpg | Zeichenkodierung (Windows-1250, UTF-8 usw.) |
.sbn/.sbx | Spatial-Index (optional) |
Lege immer auch die .prj-Datei bei! Sie sagt DroneField, in
welchem System die Koordinaten des SHP liegen.
Der Import-Ablauf
Abschnitt betitelt „Der Import-Ablauf“- Auf der Kartenleinwand öffne die Boundary-Toolbar (klicke in der linken Leiste auf die Schicht Feldgrenzen).
- Klicke auf Importieren.
- Wähle die Option ESRI Shapefile.
- Ein Dateiauswahl-Dialog öffnet sich. Wähle die
.shp-Datei (die übrigen werden automatisch eingelesen). - Ist die
.prj-Datei vorhanden, erkennt DroneField die Projektion automatisch (z. B. „ETRS89 / UTM 32N (EPSG:25832)”). - Gibt es kein
.prj, erscheint eine Liste — wähle die passende Projektion manuell aus dem Popup. - Bestätigungsdialog: beim Import werden die Koordinaten mit PROJ nach WGS84 konvertiert.
- Klicke auf Importieren. Alle Polygone erscheinen auf der Karte.
Häufige Quellsysteme in Deutschland und Europa
Abschnitt betitelt „Häufige Quellsysteme in Deutschland und Europa“| Quelle | Projektion | EPSG-Code |
|---|---|---|
| InVeKoS (DE) | ETRS89 / UTM 32N | EPSG:25832 |
| GAP-Anträge (DE) | ETRS89 / UTM 32N | EPSG:25832 |
| OpenStreetMap-Export | WGS84 | EPSG:4326 |
| Google Earth KML → SHP | WGS84 | EPSG:4326 |
| EU LPIS (andere Mitgliedstaaten) | UTM 33N / 34N | EPSG:32633 / 32634 |
| Alte militärische 1:25 000 | nationale Systeme | verschieden |
| DJI Pilot Mission Planner Export | WGS84 | EPSG:4326 |
DroneField handhabt sie alle — automatisch.
UTM → WGS84 — der häufigste Fall
Abschnitt betitelt „UTM → WGS84 — der häufigste Fall“ETRS89 / UTM 32N (oder Nachbarzonen) ist das System, in dem die meisten amtlichen SHP in Mitteleuropa vorliegen.
Beispiel:
- Eingabe (UTM 32N):
(700 000, 5 700 000)— nahe Berlin - Ausgabe (WGS84):
(51.4°N, 13.4°E)
DroneField konvertiert mit der PROJ 9.4-Bibliothek — der Fehler ist < 1 cm, kleiner als der GSD der Drohne.
Was enthält die .dbf-Attributdatei?
Abschnitt betitelt „Was enthält die .dbf-Attributdatei?“DroneField nutzt automatisch folgende Felder:
- Name / NAME / FLURSTÜCK — der Boundary-Name
- TYP / TYPE — wenn „obstacle” oder „exclusion”, wird es als Hindernis / sprühfreie Zone gekennzeichnet
- Fläche / AREA — nur informativ (DroneField rechnet neu)
Andere Attribute (z. B. Bodenklasse, Partner-ID) importiert
DroneField nicht, aber die .dbf-Datei bleibt unverändert — in
QGIS einsehbar.
Hindernisse und sprühfreie Zonen
Abschnitt betitelt „Hindernisse und sprühfreie Zonen“Wenn im SHP Feldgrenze UND Hindernisse gemeinsam sind (gleiche Datei), lässt sich das mit einem Attributfeld unterscheiden:
Feld boundary 47.62 haBaum-1 obstacle 0.01 haDraht exclusion 0.03 haDroneField trennt sie auf dieser Basis und importiert mit dem richtigen Typ.
Gibt es kein solches Feld, kommen alle Polygone als „Feldgrenze” rein — du kannst sie nachträglich ändern (Rechtsklick auf der Schicht → Typ ändern).
Zeichenkodierung
Abschnitt betitelt „Zeichenkodierung“Umlaute und Sonderzeichen (Ä, Ö, Ü, ß) können
problematisch sein. DroneField probiert in folgender Reihenfolge:
- UTF-8 (modern, empfohlen)
- Windows-1252 (ältere SHP sind oft so kodiert)
- ISO-8859-1
Wenn die Zeichen in den importierten Boundaries kryptisch
erscheinen (z. B. „Bayreuth” statt „Bayreuth”), lässt sich das
durch Anpassen der .cpg-Datei oder durch Konvertieren des SHP
nach UTF-8 in QGIS lösen.
Was solltest du NICHT tun?
Abschnitt betitelt „Was solltest du NICHT tun?“- Packe das SHP nicht in ZIP, bevor du es importierst — der Dateiauswähler entpackt es nicht. Entpacke vorher.
- Verschiebe die
.shp- und.prj-Datei nicht einzeln — sie müssen zusammen im selben Ordner sein. - Überschreibe ein aktuell verwendetes SHP nicht — die importierte Boundary lebt schon im Projekt, das Ändern der Quell-SHP wirkt nicht.
Auch exportieren funktioniert
Abschnitt betitelt „Auch exportieren funktioniert“Wenn du in SHP exportieren möchtest (z. B. ins GIS-System des Partners), nutze Exportieren → ESRI Shapefile im Boundary-Toolbar. DroneField exportiert in WGS84 — der Partner konvertiert bei Bedarf in sein eigenes System.